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Textfeld: 500 Jahre Luther in Worms

Im April 1521, vor 500 Jahren,
hielt Luther seine berühmte
Verteidigungsrede seiner
Schriften und Überzeugungen
auf dem Reichstag in Worms
vor dem Kaiser.
Luther war durch seine 95 Thesen und weitere Schriften sehr bekannt geworden. Die Bevölkerung war mit den damaligen politischen und kirchlichen Verhältnissen sehr unzufrieden.
Ziel der Einladung zum Reichstag war seitens des Kaisers, dass Luther seine Schriften widerrufen sollte. Martin Luther jedoch bleibt bei seiner Überzeugung. Er beruft sich nur auf die Bibel und auf sein Gewissen. Er stellt fest, dass sich schon öfters Konzile geirrt oder widersprochen haben und er
sich dadurch nur auf die Heilige Schrift bezieht. Er schließt mit dem Satz: „Daher kann und will ich nichts widerrufen, weil wider das Gewissen etwas zu tun weder sicher noch heilsam ist. Gott helfe mir, Amen!“ (Der berühmte Ausspruch „Hier stehe ich und kann nicht anders“ ist so in Worms wohl nicht gefallen).


Der Kaiser reagiert empört, aber ließ Luther gehen, auch weil er einen Aufruhr fürchtete. Auf der Rückfahrt besuchte Luther am 04.05.1521 von Eisenach aus seinen Onkel in Möhra (nördlich Bad Salzungen). Bei Steinbach, wo heute auch ein Denkmal steht, wurde er in einer
vorgetäuschten Entführung auf Veranlassung seines Beschützers, Kurfürst Friedrich von Sachsen, zur Wartburg gebracht und blieb dort 10 Monate. Er war abgeschnitten von der Außenwelt, quasi im „Lockdown“, und übersetzte dort die Bibel erstmalig ins Deutsche. Trotz dieser intensiven Arbeit sind diese Monate eine einzige Qual für ihn, er leidet unter Schlaflosigkeit und Depressionen. Er schreibt gegen diese Zweifel und Ängste an, hier entsteht unter anderem auch das bekannte Lied „Ein feste Burg ist unser Gott“.


Die Rede Luthers vor dem Reichstag wird mit den damaligen neuen Medien Buchdruck und Flugblätter vervielfältigt und findet große Beachtung unter der
Bevölkerung. Seine Standhaftigkeit und Zivilcourage sind Vorbild für viele Menschen, so z.B. später auch für Martin Luther King.