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Im Februar beginnt sie wieder, die evan-

gelische Fastenaktion „7 Wochen ohne“. Viele

von Ihnen kennen sie wahrscheinlich. Seit mei-

ner Jugend begleitet mich diese Fastenaktion.

Und oft habe ich mir vorgenommen, 7 Wochen

z.B. auf Süßigkeiten oder Alkohol zu verzichten,

den Fernseher öfter aus zu lassen und stattdes-

sen lieber zu lesen, oder auch, mir 7 Wochen

mehr Zeit für mich zu nehmen.

In diesem Jahr finde ich die Aufforderung

„7 Woche ohne“ auf den ersten Blick schwie-

rig. Verzichten wir doch schon seit einem Jahr

auf so vieles, was uns bisher immer wichtig war: Treffen mit Familie und Freunden in größerer Zahl, Umarmungen oder Händeschütteln zur Begrüßung, Singen im Gottesdienst oder im Chor, … Sicher, wir wissen, dass das dem Infektionsschutz dient, dass gerade das, was uns als sozialen Wesen wichtig ist, nämlich die Kontakte zu anderen Menschen, gefährlich sein kann. Und die meisten Menschen halten sich deswegen an die Einschränkungen in der Hoffnung, dass es dann wenigstens ab Ostern wieder besser wird. Aber auch, wenn ich den Sinn verstehe und die Maßnahmen akzeptiere, geht mir der Verzicht langsam auf die Nerven. Da wäre es schön, wenn es „nur“ 7 Wochen wären, in denen wir auf all das verzichten müssten. Und dann soll ich vielleicht auf noch mehr verzichten?

Auf den zweiten Blick finde ich die Aufforderung „7 Wochen ohne“ aber auch in diesem Jahr richtig. Denn es geht in der Fastenzeit ja nicht darum, sich möglichst hart zu kasteien und sich jedes Vergnügen zu verbieten. Die Fastenzeit ist eine Vorbereitung auf Ostern, eine Zeit der Einkehr und Besinnung. Es geht darum, bekannte Pfade zu verlassen, offen sein für Neues, etwas mal anders als gewohnt zu machen. Dabei kann ich dann entdecken, dass diese anderen Wege vielleicht ganz neue Kräfte freisetzen. Vielleicht kann das in diesem Jahr heißen, sich bewusst jeden Morgen Zeit zu nehmen für die Tageslosung, einen Psalm, ein Gebet oder Stille vor Gott. Und sich dabei immer wieder daran erinnern, dass Gott an unserer Seite ist und uns hilft. So heißt es in Psalm 25, einem Psalm, der zwei Passionssonntagen ihren Namen gibt: „Meine Augen sehen stets auf den Herrn, denn er wird meinen Fuß aus dem Netze ziehen.“ (Ps 25,15)                                      Fortsetzung nächste Seite!

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