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Liebe Gemeinde!

 

„Glauben Sie fragte man mich an ein Leben nach dem Tode?“ So beginnt ein Gedicht von Marie-Luise Kaschnitz. Und sie meint damit nicht ein Leben nach dem Tod im Sinn der fernöstlichen Lehre des Rades der Wiedergeburt, sondern die christliche Vorstellung der Auferstehung. Immer wieder gibt es gerade zur Osterzeit Umfragen zu diesem Thema. Und dabei zeigt sich, dass der Glaube an die Auferstehung immer weiter abnimmt. Selbst bei den Christen glaubt nur noch gut die Hälfte daran. Es ist ja auch nicht so einfach, daran zu glauben, weil wir es mit unserem Verstand nicht begreifen können. Tot ist tot, wie soll es da ein neues Leben bei Gott geben? Das kann ich nicht beweisen, das kann ich nicht anfassen, das kann ich nicht sehen. Wenn schon ein Leben nach dem Tod, dann können sich viele Menschen eher vorstellen, dass man als Mensch oder Tier hier auf der Erde wieder geboren wird, dass man eine neue Chance erhält, dass man dann das tun kann, was man im vorigen Leben verpasst hat. Aber ein neues Leben bei Gott? Das ist wirklich reine Glaubenssache.

Schon Paulus hatte mit solchen Anfragen zu kämpfen. Ein ganzes Kapitel des 1. Korintherbriefs widmet er dem Thema Auferstehung. Auf viele Fragen versucht er eine Antwort zu geben: Wenn es keine Auferstehung der Toten gibt, wie manche sagen, dann ist auch Christus nicht auferstanden. Wenn Christus aber nicht auferstanden ist, dann ist unser ganzer Glaube wertlos, ist doch Ostern der zentrale Grund unseres christlichen Glaubens. Gott ist stärker als der Tod. Er kann aus dem Tod neues Leben schaffen, allerdings ein Leben, das anders ist als das, was wir bisher kennen, anders als das Leben, das wir jeden Tag hier auf der Erde leben. Damit ist es dann aber nicht so wie in fernöstlichen Vorstellungen eine weitere Chance, um sein Karma zu verbessern. Das Leben, das Gott schenkt, ist ein neues, unvergängliches Leben, ein Leben, das nicht in unseren menschlichen Kategorien von Zeit und Raum zu erfassen ist.